Wie entsteht Porzellan?
Der Entwurf
Zuerst entwickelt der Designer das Objekt mit Hilfe von Zeichnungen und Papier- oder Tonmodellen. Diese
setzt er dann in ein erstes Gipsmodell um. Für alle runden Teile ist die Gipsdrehscheibe hilfreich: Auf den
Scheibenkopf setzt Ulrich Raupach einen Gipsrohling, den er wie auf einer senkrechten Drechselbank
bearbeitet. Es braucht viel Erfahrung, um die richtige Form zu finden, denn die räumliche Wirkung eines
Objekts weicht oft verblüffend von der auf dem Reißbrett ab. Auf dieselbe Weise muss anschließend ein
vergrößertes Modell angefertigt werden, denn das Porzellan schwindet beim Trocknen und Brennen um
14%. Das Modell wird nun wieder in Gips eingebettet, so dass eine teilbare Hohlform entsteht.
Guss
In die trockene Gips-Hohlform gießt man die Porzellangießmasse; mit Wasser aufbereitet hat sie in etwa die
Konsistenz von Kaffeesahne. Der trockene Gips der Hohlform saugt das Wasser aus der Masse, so dass sich
eine festere Porzellanmassen-Schicht an der Innenseite der Form absetzt. Nach ein paar Minuten wird die
noch flüssige Masse aus dem Inneren abgegossen, und die haftengebliebene Schicht im Innern der Form
kann trocknen. Nach ein paar Stunden wird der Rohling aus der Form genommen.
Schrühbrand
Das Porzellanstück wird nun verputzt und zum ersten Mal bei 800°C gebrannt. Anschließend kann das
Objekt bemalt werden - es handelt sich dann um sogenannte Unterglasurmalerei.
Glasur
Soll das Porzellan eine glatte, glänzende Oberfläche erhalten, wird es glasiert, das heißt in eine
dünnflüssige Aufschlämmung aus Glasurmehl und Wasser getaucht oder mit dieser gespritzt.
Charakteristisch für viele Stücke aus unserer Manufaktur ist, dass wir z.B. Teeschalen nur innen glasieren,
dagegen außen die seidenmatte Naturoberfläche unglasierten Porzellans belassen. Das erfordert äußerste
Sorgfalt beim Glasieren.
Glattbrand
Die glasierten und getrockneten Stücke werden in den Ofen eingesetzt und mit Gasbrennern langsam auf
1300°C erhitzt. Im Innern glüht die Ware hellgelb. Ab 1000°C erfolgt dabei der sogenannte
Reduktionsbrand, bei dem im Ofen Sauerstoffmangel herrscht - am Abluftrohr brennt eine blaue Flamme.
Unter Sauerstoffmangel werden die Eisenoxide umgewandelt, und das bis dahin beige Porzellan nimmt sein
strahlendes Weiß an.
Am nächsten Tag ist der Ofen abgekühlt und kann geöffnet werden.